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Silvia Nicolis

Silvia Nicolis ist Unternehmerin und Kulturmanagerin. Seit über dreißig Jahren bewegt sie sich an der Schnittstelle von Wirtschaft, Kultur, Nachhaltigkeit und regionaler Entwicklung und fördert ein Wachstumsmodell, das industrielle Vision, soziale Verantwortung und die Aufwertung des kulturellen Erbes vereint. Als Tochter einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters entwickelte sie bereits in jungen Jahren eine natürliche internationale Offenheit, die ihren persönlichen und beruflichen Werdegang geprägt hat. Diese doppelte kulturelle Sensibilität ist heute ein prägendes Merkmal ihres Engagements für die Förderung des Made in Italy, der Unternehmenskultur und der nachhaltigen Innovation.

Unternehmen, Kreislaufwirtschaft und industrielle Vision

Ihr beruflicher Weg begann innerhalb der Lamacart-Gruppe, einem traditionsreichen Familienunternehmen, das vor über achtzig Jahren von ihrem Vater Luciano Nicolis gegründet wurde und heute eine Referenz im Bereich der Rückgewinnung und des Recyclings von Altpapier darstellt. Aufgewachsen im Unternehmen hat Silvia Nicolis früh die Werte von Arbeit, Verantwortung und Umweltbewusstsein verinnerlicht. Seit ihrem formellen Eintritt in das Unternehmen in den 1990er Jahren hat sie zur strategischen Entwicklung der Gruppe nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft beigetragen und damit Praktiken vorweggenommen, die heute im europäischen industriellen Diskurs zentral sind. Derzeit ist sie gemeinsam mit ihrem Bruder Thomas Nicolis geschäftsführende Gesellschafterin der Gruppe. Unter ihrer Leitung war Lamacart das erste italienische Unternehmen, das den renommierten Papyrus Award des BIR – Bureau of International Recycling erhielt, eine internationale Auszeichnung für Exzellenz.

Das Museo Nicolis: ein internationales Kulturprojekt

Im Jahr 2000 gründete Silvia Nicolis gemeinsam mit ihrem Vater Luciano Nicolis das Museo Nicolis dell’Auto, della Tecnica e della Meccanica und übernahm von Anfang an die Leitung sowie seit 2012 auch die Präsidentschaft. Das Museum erstreckt sich über mehr als 6.000 Quadratmeter und beherbergt zehn Sammlungen, die das 20. Jahrhundert anhand von Automobilen, Motorrädern, Fahrrädern, Musikinstrumenten, Kameras, wissenschaftlichen Geräten und ikonischen Objekten menschlicher Ingenieurskunst erzählen. Dank ihrer Führung hat sich das Museo Nicolis als europäisches Exzellenzbeispiel eines Unternehmensmuseums etabliert und wurde unter die 100 einflussreichsten Oldtimersammlungen der Welt aufgenommen, gemäß der internationalen Klassifikation “The Key – Top of the Classic Car World”. Heute zieht es Besucher aus aller Welt an und gilt als Instrument zur Förderung der industriellen und kulturellen Identität Italiens. Silvia Nicolis hat das Museum als kulturelles, bildungsbezogenes und touristisches Zentrum entwickelt und dabei Managementmethoden mit industrieller Kultur verbunden. Neben den Dauerausstellungen beherbergt das Museum Veranstaltungen, temporäre Ausstellungen, Bildungsworkshops, Fortbildungsaktivitäten, ein Kongresszentrum sowie einen spezialisierten Bookshop und hat im Laufe der Zeit ein stabiles Netzwerk von Beziehungen zu Schulen, Institutionen, Unternehmen und kulturellen Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene aufgebaut. Sie ist Initiatorin von wirtschaftlich-kulturellen Förderinitiativen wie dem Premio Museo Nicolis all’Imprenditoria Veneta und hat zur Aufnahme der Gemeinde Villafranca di Verona in das nationale Netzwerk Città dei Motori beigetragen, das Gemeinden und große Marken der italienischen Motoren-Exzellenz vereint.

Auszeichnungen und Ämter

Das Museumsprojekt wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt, darunter die Special Recognition der FIVAFédération Internationale des Véhicules Anciens, der Titel Museum of the Year bei den Historic Motoring Awards in London, der Ruoteclassiche Best in Classic – Museum des Jahres sowie der Preis Eccellenza dell’Anno von ACI Storico. Parallel dazu übt Silvia Nicolis eine intensive institutionelle und repräsentative Tätigkeit aus: Sie ist Vizepräsidentin von Confindustria Verona mit Zuständigkeit für Tourismus und Unternehmenskultur, Vizepräsidentin von Museimpresa, Mitglied des Verwaltungsrats von Veronafiere und beteiligt sich an zahlreichen nationalen Gremien im Bereich Unternehmenskultur und Industriegeschichte. Im Jahr 2022 wurde sie vom Präsidenten der Republik Sergio Mattarella anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens von Museimpresa empfangen, als Anerkennung für den Wert der Unternehmenskultur als nationales Kulturgut. Ihr öffentliches und berufliches Profil wurde durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt, darunter: Premio Nodo d’Amore; Premio Capitani dell’Anno Veneto; Premio Giulietta; Premio Motu Proprio – Handelskammer Verona; Premio Internazionale Profilo Donna; Premio AIV Impresa Lavoro; Parksmania Awards – Exhibition Vespa. Zudem wurde sie für ihr Engagement in der Förderung und Aufwertung des Territoriums ausgezeichnet: Nobilissima Castellana delle Terre di Suavia und Botschafterin des Bardolino – Confraternita del Vino Bardolino Chiaretto DOC.

Soziales und kulturelles Engagement

Neben ihren Führungsrollen verfolgt Silvia Nicolis seit ihrer Jugend ein konstantes und konkretes soziales Engagement. Das Museo Nicolis ist von Anfang an ein offener und inklusiver Ort: Beispiele dafür sind kostenlose Besuche für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Bildungsprojekte, Kooperationen mit sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen sowie ein besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit. Sie unterstützt Initiativen zugunsten lokaler Gemeinschaften, der unternehmerischen Ausbildung junger Menschen, der beruflichen Integration und der Rechte von Frauen. Zudem fördert sie eine Kultur der Gastfreundschaft, die auch Tiere respektiert: Das Museo Nicolis gehörte zu den ersten Museen in Italien, die den Besuch gemeinsam mit Haustieren erlauben.


Eine Vision, die Wirtschaft und Kultur vereint

Der berufliche und gesellschaftliche Werdegang von Silvia Nicolis stellt ein Beispiel italienischer Exzellenz und eine maßgebliche Repräsentation des Made in Italy in der Welt dar, ebenso wie einen kontinuierlichen Dienst an der Region und der Gemeinschaft. Er erzählt von einer Vision, in der Wirtschaft und Kultur keine getrennten Bereiche sind, sondern sich als komplementäre Instrumente für ziviles, wirtschaftliches und soziales Wachstum verstehen. Eine zeitgemäße weibliche Führungspersönlichkeit, die in die Zukunft blickt, den Dialog mit den neuen Generationen sucht und den Wert von Menschen, Territorium und industriellem Erbe als lebendige Ressource für morgen in den Mittelpunkt stellt.