Militärischer Bereich

Erster Weltkrieg

Anlass des Ersten Weltkrieges 1914 – 1918 war die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo durch den irredentistischen serbischen Studenten Gavrilo Princip.

Durch das Spiel der Allianzen, die die verschiedenen europäischen Nationen verbanden: Österreich-Ungarn, Deutschland und die Türkei auf der einen Seite und Russland, Frankreich, England und nachfolgend Italien, Japan und die Vereinigten Staaten auf der anderen, war fast ganz Europa innerhalb kurzer Zeit in den Konflikt verwickelt: vom Ural bis zu den Pyrenäen, von der Nordsee bis Afrika.

Auch alle dem britischen Commonwealth zugehörigen Territorien traten dem Konflikt bei, sodass dieser anhand seiner weltweiten Ausdehnung berechtigterweise als Erster Weltkrieg bezeichnet werden konnte.

Europa, das an diesem enormen Wahnsinn teilnahm, war ein Kontinent, der durch Staaten mit unterschiedlichem technologischen Fortschritt gekennzeichnet war: einem rückständigen Russland, im Wesentlichen ein Agrarland, standen Deutschland und England gegenüber, deren Entwicklung vor allem auf dem Gebiet der Schwer- und Stahlindustrie schon damals die Lokomotive der Wirtschaft des Kontinents war.

Von einem niedrigeren Stadium der Industrialisierung konnte man bei Frankreich sprechen, gefolgt von Italien, dessen geografische und soziale Gliederung in einen Norden mit konstanter wirtschaftlicher Entwicklung und in einen Süden, der im Geländegang vorankam, den Eindruck eines Landes mit zwei Geschwindigkeiten gab.

Auf der anderen Seite der Ozeane stellten die Vereinigten Staaten und Japan bereits die neuen wirtschaftlichen Pole mit politischem Einfluss dar. Japan hatte die Welt überrascht, als es 1905 den Krieg gegen Russland in der Mandschurei für sich entscheiden konnte, der erste, bei dem eine hochmoderne Kriegsflotte, jene japanische, und auf den Schlachtfeldern Flugzeuge und Maschinegewehre eingesetzt wurden.

Die Vereinigten Staaten waren noch nie von den Europäern in einem Krieg ‘gemessen’ worden, wenn man den Kubakrieg ausschließt, der gegen Spanien geführt wurde, aber es war für niemanden ein Geheimnis, dass der amerikanische Riese den Unterschied hätte ausmachen können, hätte er, wie 1917, etwas unternommen.

Die Stahlwerke von Pittsburgh und die mechanische Industrie machten Riesenschritte: Henry Ford verkörperte bereits seit Jahren eine Lehre für die gesamte industrialisierte Welt.

Das war das Szenarium, als die kriegsführenden Heere in den Krieg zogen, um gegeneinander zu kämpfen und sie verfügten über alles, was Technologie und Industrie in der Zeit um 1800 und 1900 geschaffen hatte.

Schützengräben, Himmel und Meere wurden Austragungsorte technologischer Experimente, schauerliche Laboratorien, wo jede Art Gerät zum Angriff oder zur Verteidigung getestet wurde.

Die bereits im Lybienkrieg von 1911 eingesetzten Flugzeuge kamen auf Kriegsschauplätzen in immer größerer Zahl zum Einsatz, anfangs als Beobachter und Aufklärer, dann als Bomber.

Die Artillerien wurden immer stärker und säten Tod und Zerstörung an allen Fronten; man hat errechnet, dass mehr als 70% aller Verluste durch den Einsatz großkalibriger Geschütze verursacht wurde.

Viele Waffen entstanden während des Ersten Weltkrieges: zwischen Stachelbandspiralen und Schützengräben der französischen Front tauchte beispielsweise der Panzer auf, eine schreckliche Waffe, die noch heute in moderner Ausführung in den Armeen der ganzen Welt verbreitet ist und eingesetzt wird.

Maschinengewehre und Flammenwerfer fügten, wenn möglich, zu den bereits oft verzweifelten Bedingungen der Soldaten jeden beteiligten Heeres weiteren Schrecken hinzu, wie auch die Verwendung von Gas, das, von fast allen Kriegsparteien verwendet, dermaßen beeindruckte, dass man auf internationaler Ebene übereinkam, in zukünftigen Kriegen nie wieder Gebrauch davon zu machen.

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg hat seine Wurzeln in einer Reihe politischer und militärischer Handlungen, die das seit 1933 von der nationalsozialistischen Partei regierte Deutschland in Form von Überfällen auf angrenzende Länder vollzog, denen gegenüber es territoriale Ansprüche erhob.

Seit dem erzwungenen Anschluss Österreichs 1935, der Sudeten 1938, bis zur Beanspruchung des Territoriums und der Stadt Danzig, die bereits Ostpreußen war, aber am Ende des Ersten Weltkrieges von polnischem Territorium umgeben und von Deutschland isoliert war, zeigt sich Europa bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – 1. September 1939 – als sehr anders als vor 25 Jahren bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Im europäischen Szenarium sind es nicht mehr die Monarchien, die die Aufmerksamkeit monopolisieren, sondern die Diktaturen: die erste war jene faschistische, in der 1923 Benito Mussolini an die Macht gelang, gefolgt von der nationalsozialistischen, die 1933 Adolf Hitler zum Aufstieg verhalf, hinzu kam die spanische unter Vorsitz von Francisco Franco, der sich durch die Unterstützung der italienischen und deutschen Diktatoren nach einem blutigen Bürgerkrieg dieses Amtes bemächtigte. Im Osten hatte die Oktoberrevolution von 1917, die Russland den Ausgang aus dem Ersten Weltkrieg gebracht hatte, die sowjetische Diktatur unter Josip Stalin hervorgebracht.

Die deutschen und italienischen Diktaturen waren an zwei Fronten beschäftigt: innenpolitisch mit der Machtverstärkung, Entwicklung der Industrie und technologischen Pole, außenpolitisch mit Expansionspolitik, im Wesentlichen europaweit, um für die Nation, jene deutsche, neue Territorien hinzuzugewinnen, jene italienische hatte deutlich mehr koloniale Züge.

England und Frankreich, im Wesentlichen isoliert und furchtsam sowohl vor einem Deutschland, das fortschreitend und schnell aufrüstete als auch vor einem Russland, das der Westpolitik sicher nicht wohlgesonnen war, stellten weder eine Abschreckung noch ein Bollwerk für die deutsche Expansionspolitik dem hinzu kam noch ein stark isolationistische Haltung der Vereinigten Staaten, das im Osten auf die Überwachung der japanischen Expansionspolitik gerichtet war und darauf, , eingedenk der verheerenden Wirtschaftskrise von 1929 die Märkte und die Wirtschaft zu konsolidieren.

In diesem Kontext der Ereignisse und Umstände reifte der Entschluss Hitlers Krieg gegen Polen zu führen und angesichts der Struktur der Allianzen automatisch auch gegen Frankreich und England, was den Zweiten Weltkrieg auslöste.

Der Zweite Weltkrieg sah neben den inzwischen vergangenen Zeiten angehörenden Gefechten mit Hieb- und Stichwaffen einen verbissenen technologischen Wettstreit: zum ersten Mal wird die Macht einer Nation nicht mehr von der Anzahl der Kämpfer, die ihr gelingt einzuziehen, sondern von den ihr zur Verfügung stehenden technologischen und energetischen Ressourcen bestimmt: Stahl, Aluminium, Erdöl, Hüttenwerke und mechanische Industrien.

Die deutsche Übermacht am Anfang und für einen Großteil des Krieges ist ein offensichtliches Beispiel dafür, die bald von der beeindruckenden Wiederaufstieg der Vereinigten Staaten erreicht und überholt wurde. In nur wenigen Jahren werden die einstigen Flugzeuge aus Holz ganz aus Metall, werden auf schnelle Schiffe verladen und sind mit Stahltriebwerken ausgestattet. Geräte wie Radar kehren oft das Los der Kämpfe um, während jede Art Fahrzeug, mit oder ohne Raupe die Länder Europas und Asiens durchstreift. Die Waffen werden immer mächtiger und schrecklicher, bis man bei der Atombombe angelangt ist, “die ultimative Waffe”, der Deutsche und Amerikaner die gesamte letzte Kriegsphase über nachjagten.

Einige der ausgestellten Exemplare:

  • Lkw FIAT 18P – Italien – 1907 – Im Ersten Weltkrieg an der italienischen
  • Front eingesetzt. Feldküche – 1960 – Kerosinbetrieb – wurde von der italienischen Armee und bis in die 90er Jahre von den NATO-Streitkräften verwendet. Mit Backofen für Brot, Benutzung auch im Rahmen von Zivilschutzdienst.
  • Zugwagen – 1915 – für Logistik und im Dienst des Roten Kreuzes.
  • Flugzeug nieuport 11 “Bebè” (Modell) – Frankreich – Einsatz im Ersten Weltkrieg Motorkarren
  • ‘Mulo meccanico‘ – Italien – 1960-1963 – Raupenfahrzeug für Gebirge mit variablerSteigung Typ S.T.M.E. Moto Guzzi 3×3. Produzierte Exemplare: 423
  • Feldküche – Italien – 1907-1909 – von der italienischen Armee im Ersten Weltkrieg benutzt. Nach Kriegsende dem Schweizer Roten Kreuz geschenkt.
  • Stromgenerator mit Pedalantrieb – Deutschland – 1950-1960 – von Telefunken für die NATO-Streitkräfte realisiert.
  • Panzerfahrzeug F333E – Italien – 1970 – Prototyp, als ein einziges Exemplar von Ferrari Engineering Turin gebaut. Panzerfahrzeug mit Rädern für eine Vielzahl von Verwendungen geeignet, wie Erkundung, Beobachtung, schnelles Patroullieren und Support für Waffen und/oder elektronische Mittel.
  • Tiersattel für Esel – Italien – im Ersten Weltkrieg von den Alpenjägern verwendet, zwei Funktionen: der eine für Verproviantierung und Haushaltsgut und der andere mit Metallstäben zum Transport von kleinen Artilleriegeschützen für die Berge.
  • Amphibienfahrzeug FN Tricar AS24 für die belgischen und französischen Streitkräfte gebaut. von belgischen Fallschirmspringern bei militärischen Einsätzen im ehemaligen Belgisch-Kongo 60er Jahre verwendet.
  • Motorkarren BMW R12 – Deutschland – 1948 – das ausgestellte Exemplar mit Maschinengewehr MG42, schwenkbar, wurde vom Oberkommando der 9. Panzer-Division benutzt.
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